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Publiziert am:

4. Februar 2023

Was ist besser: Alu- oder Kunststofffenster?

Sind Fenster mit Aluminium- oder mit Kunststoffrahmen besser? Diese Frage gehört zu den häufigsten, die Kunden Experten im Fensterfachhandel stellen. Klar beantworten lässt sich die Frage leider nicht, da beide Fensterarten ihre Vorteile haben. Für Kunststofffenster spricht unter anderem der geringere Preis. Dafür sind Aluminiumfenster etwas robuster und oft noch langlebiger als die bereits sehr langlebige Kunststoff-Variante. 

Beim Marktanteil gibt es einen klaren Favoriten

Kunststofffenster findet man viel häufiger als Alu-Fenster in Deutschland. Laut der Broschüre „Mehr Energie sparen mit neuen Fenstern“ der beiden Organisationen Verband Fenster + Fassade (VFF) und Bundesverband Flachglas (BF) lag der Marktanteil der Kunststofffenster 2021 bei 58,5 Prozent. Abgeschlagen folgten die Aluminiumfenster mit 17,3 Prozent vor den Holzfenstern mit 15,1 Prozent. 

Ein Grund für die Beliebtheit des Kunststofffensters dürfte ihr Preis sein. Auch dazu liefert die Broschüre Orientierungswerte. Sie verglich den durchschnittlichen Marktpreis für verschiedene Rahmenvarianten bei modernen 1,3 mal 1,3 Meter großen Fenstern mit Dreischeiben-Wärmedämmglas. Derartige Fenster kosten mit einem Kunststoffrahmen laut Broschüre im Durchschnitt 490 Euro. Aluminiumfenster kommen dagegen auf einen Durchschnittspreis von 930 Euro. Zwar kann man den Eigenanteil an den Kosten oft durch Fördergelder reduzieren. Der Preisunterschied zwischen den beiden Fensterarten bleibt aber auch dann hoch. 

Ist die Wärmedämmung beim Aluminiumfenster schlecht?

Eine eher schlechte Wärmedämmung war beim Aluminiumfenster tatsächlich einmal ein Problem. Aluminium leitet Wärme ziemlich gut, was bei einem Dämmmaterial natürlich nicht erwünscht ist. Moderne Alufenster sind allerdings mehrschalig aufgebaut, wobei es zwischen den Aluminiumschalen Zwischenräume gibt. Die sind mit Luft oder Dämmstoff gefüllt, was den U-Wert der Fenster deutlich verbessert. Aluminiumfenster sind heutzutage ebenso gut gedämmt wie ein Kunststofffenster. 

Die Vorteile der Aluminiumfenster

Zu den Vorteilen der Aluminiumfenster im Vergleich zum Kunststofffenster gehört die bereits erwähnte Robustheit, die etwas höher als bei einem Kunststofffenster ist. Aluminiumfenster lassen sich zudem besser und damit individueller formen als die Varianten aus Kunststoff. Das kann bei Designhäusern mit außergewöhnlichen Fensterformen entscheidend werden. Farblich bieten beide Fensterarten eine große Auswahl. Allerdings sind dunklere Farben bei Kunststofffenstern bisweilen problematisch. Dunkle Oberflächen heizen sich zumeist intensiver auf als hellere. Beim Kunststofffenster kann das im Extremfall dazu führen, dass sich das Material verzieht. 

Ein weiterer Vorteil des Aluminiumfensters: Seine Farbe kann nicht vergilben. Das Alufenster muss in der Regel nicht irgendwann neu lackiert werden. Beim Kunststofffenster kann das geschehen. Nicht zuletzt sind Aluminiumfenster etwas widerstandsfähiger als Kunststofffenster, was Vorteile beim Einbruchsschutz bietet. Allerdings hängt dieser Schutz von vielen Faktoren ab. Deshalb lässt sich nicht pauschal sagen, dass Alufenster die bessere Wahl sind. 

Eine gute Kombination: Kunststoff-Aluminiumfenster

Als Kunde auf der Suche nach dem passenden Fenster muss man sich nicht zwangsläufig  zwischen Aluminium- und Kunststofffenstern entscheiden. Zum einen gibt es da ja noch andere Materialien wie Holz oder FoRes, eine Kombination aus wiederverwertetem Kunststoff und Reisschalen. Zum anderen gibt es moderne Fenster auch als Kombination aus Kunststoff und Aluminium. Gemeint sind damit meistens Kunststofffenster mit einer Aluminiumverkleidung. Kunststoff-Aluminium-Fenster schützen nach außen hin besser als reine Kunststofffenster, erlauben eine größere Farbauswahl und sind zumeist preisgünstiger als das reine Aluminiumfenster.