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Publiziert am:

4. Februar 2023

Warum darf man Kunststofffenster nicht anbohren?

In der Regel ist es keine gute Idee, Löcher in Kunststofffenster zu bohren. Aber warum eigentlich? Es gibt gleich mehrere Gründe dafür. Schrauben in einem Kunststoffprofil haben oft keine hohe Tragfestigkeit. Bohrlöcher können das Kunststofffenster beschädigen und darüber hinaus verärgern Mieter möglicherweise ihren Vermieter. 

Bohrloch im Fenster der Mietwohnung? Kann teuer werden!

Gerichtsurteile aus den Jahren nach der Jahrtausendwende belegen, dass Mieter Ärger mit ihrem Vermieter riskieren, wenn sie Kunststofffenster in der von ihnen gemieteten Wohnung anbohren. So verurteilte beispielsweise das Amtsgericht Spandau 2007 einen Mieter zu Schadensersatz in Höhe von über 3000 Euro. „Auch für einen Laien ist klar, dass die Substanz der Fenster hierdurch beschädigt wird und die Bohrlöcher beim Auszug nicht ohne weiteres verschlossen werden können“, heißt es in der Begründung des Urteils.   

Wer als Mieter Löcher in den Rahmen eines Kunststofffensters bohren möchte, sollte deshalb auf jeden Fall seinen Vermieter vorab um Erlaubnis fragen. Das gilt auch, weil sich einmal gebohrte Löcher im Kunststofffenster später kaum so beseitigen lassen, dass sie unsichtbar werden. Bei einem Holzfenster sind die Chancen deutlich größer. Erhält der Mieter die Erlaubnis, wäre eine schriftliche Variante für ihn weitaus besser als eine mündliche. Aber selbst mit schriftlicher Einwilligung des Vermieters sollte sich ein Mieter gut überlegen, ob er die Löcher tatsächlich bohrt. Ähnlich kritisch sollten Hauseigentümer urteilen, die fürs Bohren in den Fensterrahmen niemanden um Erlaubnis fragen müssen. 

Bohrlöcher verursachen schnell Schäden im Rahmen

Moderne Kunststofffenster sind Hightech-Produkte: perfekt schließend und sehr gut wärmegedämmt. Ein falsch gesetztes Bohrloch kann einigen Schaden anrichten. Es kann zum Beispiel das Vakuum zwischen den beiden Scheiben einer Doppelverglasung zerstören. Dann dringt möglicherweise Feuchtigkeit in den Zwischenraum ein und kondensiert an den Scheiben. In diesem Fall werden die Fenster blind; man kann also nicht mehr durchsehen. Darüber hinaus droht Schimmel, der sich nur schwer wieder beseitigen lässt. Manch ein Bohrloch wird zudem schnell zu einer Wärmebrücke, durch die Wärme im Winter nach außen abfließt. 

Für Bohrlöcher im Fensterrahmen gibt es oft Alternativen. Nötig scheinen sie bisweilen, wenn man einen Sicht- und Sonnenschutz wie ein Plissee, ein Rollo oder eine Jalousie am Fenster befestigen möchte. Aber Sicht- und Sonnenschutz lässt sich meistens auch durch eine Klemmvorrichtung oder durch Kleben am Fenster anbringen. Das ist viel schonender für das Kunststofffenster. 

Kunststofffenster anbohren: Darf man wirklich nicht?

Falls kein Verbot eines Vermieters besteht, ist das Anbohren des Kunststofffensters kein Tabu, das niemals gebrochen werden darf. Trotzdem gilt weiterhin: Wann immer möglich, greift man besser auf Alternativen zurück. Ist das nicht möglich, sollte man zumindest sehr vorsichtig bohren. Die Schweizer Handwerker-Vermittlung Bawos empfiehlt hierfür Bohrer mit einer hohen Schneidleistung und rät zu sogenannten HSS-Bohrern („Hochleistungs-Schnellschnitt-Stahl“), damit die Löcher nicht ausfransen. Soll ein einmal gebohrtes Loch am Ende doch wieder geschlossen werden, kann Reparaturknete helfen. Das Ergebnis wird oft nicht perfekt, aber mitunter ausreichend. 

Sie wohnen im Landkreis Rosenheim oder in der Umgebung und planen neue Kunststofffenster für Ihr Haus? Dann besuchen Sie doch einmal unsere Fenster-, Türen- und Wintergartenausstellung in Raubling.